Wie hebe ich schwere Lasten richtig?

Das Heben und Tragen von schweren Lasten gehört an vielen Arbeitsplätzen zu den alltäglichen Aufgaben. Es ist daher wichtig zu wissen, wie man schwere Gegenstände richtig hebt, um den Körper nicht zu belasten. Ein Arbeitgeber, der Maßnahmen für eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung setzt, verbessert das Arbeitsumfeld und investiert gleichzeitig in die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 
Ein Mann lädt Kisten auf einen Transportwagen

Was passiert, wenn man falsch hebt?

Wenn man Gegenstände falsch hebt, riskiert man sowohl akute Probleme wie Rückenschmerzen, aber auch Beschwerden von Gelenken, Muskeln und Bandscheiben können schleichend auftreten. Um unseren Rücken und unsere Gelenke gesund und beschwerdefrei zu halten, sollten wir abwechslungsreich und langsam arbeiten. Zusätzlich sollte man beim Heben von schweren Gegenständen Hilfsmittel benutzen, um den Körper zusätzlich zu entlasten. Wenn wir Lasten heben, sollten wir versuchen, den Rücken in einer neutralen Position zu halten. Zusätzlich sollten wir die Kraft der Beine nutzen und einen stabilen Oberkörper haben. Somit sind wir automatisch stärker und die Bandscheiben werden besser geschützt.

Die Physiotherapeutin und Ergonomin Anna Millbourn Olander gibt Tipps, auf was man beim Heben von schweren Gegenständen achten sollte:

"Wenn man etwas Schweres heben muss, sollte man Hebebühnen vermeiden und stattdessen die Last mit einem Transportwagen oder einem anderen Hilfsmittel schieben, ziehen oder rollen. Falls einem keine Hilfsgüter zur Verfügung stehen, ist die richtige Körperhaltung gefragt. Dabei ist es besonders wichtig, richtig zu heben, regelmäßig Pausen zu machen und die Arbeitsaufgaben zu variieren. Ich denke, dass das Erlernen guter Hebetechniken und deren Anwendung dabei der richtige Ansatz sind. Dabei ist es egal, was man hebt, das kann einfach ein Stift oder auch ein großer Fernseher sein.” 


So erleichtern Trolleys die Arbeit
Ein Gegenstand ist dann zu schwer, sobald man keine richtige Hebetechnik hat.
Anna Millbourn Olander

Was sind schwere Lasten?

Wie schwer eine Last ist, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Der Abstand der Last zum Körper
  • Die Griffigkeit der Gegenstände
  • Der Boden, auf dem man steht
  • Die Höhe, aus der man etwas aufhebt
  • Die Häufigkeit der Hebevorgänge
Die Belastungsgrenzen für das Heben und Tragen von schweren Lasten sind daher sehr unterschiedlich. Es ist daher schwierig festzulegen, wie schwer man eine Last heben kann, ohne sich einem Verletzungsrisiko auszusetzen.

Auf was soll man beim Heben und Tragen achten?

"Schau dir an, wie Gewichtheber arbeiten. Sie heben enorme Gewichte, aber halten sie ganz nah am Körper und haben dabei einen geraden Rücken. Die Beine sollen dabei die Arbeit machen. Man darf nicht vergessen, dass nicht nur schweres Heben alleine schädlich ist. Auch leichtere Gewichte können eine schwere Belastung darstellen, wenn man oft oder weit vom Körper weg hebt", sagt Anna Millbourn Olander. 


Was ist Ergonomie eigentlich?
Ein Mann beim Stapeln in einer Werkstatt

Voraussetzungen für richtiges Heben schaffen

Wenn bereits bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes an die Ergonomie gedacht wird, können viele Verletzungen vermieden werden. Die Physiotherapeutin Anna Millbourn Olander betont, dass Hebewerkzeuge wie Palettenhubwagen und Hubtische alleine nicht ausreichen. Es ist wichtig, dass jeder weiß, wie man sie richtig benutzt. Darüber hinaus müssen sie leicht zugänglich sein und es muss genügend Zeit vorhanden sein, um sie sicher zu verwenden.

Platz zum Heben schaffen 

Wenn sich das Heben nicht vermeiden lässt, muss man sicher stellen, dass ausreichend Platz zum richtigen Heben vorhanden ist. Der Körper soll dabei nicht gedreht werden und der Boden muss eben sein. Außerdem ist es ratsam, schwere Gegenstände in einer angenehmen Höhe zu platzieren, damit sie jederzeit leicht zugänglich sind.

Entlaste den Rücken mit Gegenbewegungen 

Wenn du in deiner Arbeit viel heben musst, helfen dir die so genannten Gegenbewegungen, Verletzungen zu vermeiden. Das sind Entlastungsübungen, mit denen du deine Wirbelsäule gesund halten kannst.

Wenn du dich in deinem Arbeitsalltag zum Beispiel ständig nach vorne beugen musst, dann mache es zu deiner Gewohnheit, mindestens einmal pro Stunde die Hände auf den Rücken zu legen und dich nach hinten zu beugen. Auch wenn du den ganzen Tag nach vorne gebeugt am Schreibtisch sitzt, kannst du von diesem Tipp profitieren.
Ein Mann bewegt Kartons mit einem Magazinschneider
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Ein mit Aktenordnern gefüllter Kommissionierwagen in einem Büro, im Hintergrund ein Bücherregal
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Tipps für richtiges Heben und Tragen

1. Schieben, ziehen oder rollen, anstatt die Lasten zu tragen.
Das ist eine einfache, aber effiziente Methode, um Verletzungen durch wiederholte Belastungen zu vermeiden. Egal, ob du Ordner im Büro oder schwere Werkzeuge in der Fabrik transportieren willst. Es ist immer ratsam, einen Transportwagen zu verwenden. Selbst leichte Hebevorgänge, die häufig wiederholt werden, können sich negativ auf deinen Körper auswirken. 

2. Hab die wichtigsten Gegenstände immer griffbereit.
Vermeide es, dich unnötig zu bücken oder zu strecken, um an deine häufig benutzten Gegenständen zu kommen. In Werkstätten ist es ideal, wenn sich über der Werkbank Werkzeugablagen befinden. In Büros können die am häufigsten verwendeten Gegenstände auf dem Schreibtisch aufbewahrt werden. Eine andere Möglickeit wäre es, sie in einem auf Arbeitshöhe montierten Schrank oder Regal aufzubewahren.

3. Achte auf die richtige Platzierung deiner Gegenstände.
Sie sollen weder zu hoch noch zu weit unten platziert werden. Stelle schwere Gegenstände auch niemals auf den Boden. Bei mobilen oder festen Abladeplätzen ist das leicht zu vermeiden. Am besten lagerst du Dinge, die am meisten Gewicht haben oder häufig in Verwendung sind, auf Hüfthöhe. Vermeide es auch, etwas unterhalb der Kniehöhe oder oberhalb der Schulterhöhe aufzubewahren.

4. Hebe schwere Gegenstände dicht am Körper.
Gehe nach unten in die Hocke mit aufrechtem Rücken und gebeugten Knien. Auf diese Weise werden die Beine und nicht der Rücken belastet.

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