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Gehirnfreundliche Arbeitsumgebungen: ein Schlüsselthema für die Industrie
Die Industrie braucht Mitarbeiter:innen, die sich konzentrieren, sicher arbeiten und den ganzen Arbeitstag über leistungsfähig bleiben können. Doch jedes Gehirn funktioniert anders, besonders in Arbeitsumgebungen mit hohem Tempo, viel Lärm und zahlreichen Reizen. Mit der richtigen Gestaltung lässt sich der Arbeitsplatz für mehr Menschen verbessern.
„Was Menschen mit neuropsychiatrischen Funktionsbeeinträchtigungen (NPF) hilft, verbessert oft den Arbeitsplatz für alle und stärkt sowohl das Arbeitsumfeld als auch die Effizienz“, sagt Jenny Kindgren vom schwedischen Verband Riksförbundet Attention.
„Was Menschen mit neuropsychiatrischen Funktionsbeeinträchtigungen (NPF) hilft, verbessert oft den Arbeitsplatz für alle und stärkt sowohl das Arbeitsumfeld als auch die Effizienz“, sagt Jenny Kindgren vom schwedischen Verband Riksförbundet Attention.

In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein für neuropsychiatrische Funktionsbeeinträchtigungen (NPF) in der Arbeitswelt gestiegen. Das zeigt sich besonders in der Industrie, wo Themen wie Arbeitsumgebung, Sicherheit und Fachkräftesicherung zunehmend an Bedeutung gewinnen.
„Wir stellen fest, dass immer mehr Arbeitgeber und Gewerkschaften verstehen möchten, wie sie Arbeitsplätze gestalten können, die Menschen mit NPF besser gerecht werden. In der Industrie ist eine klare Entwicklung in diese Richtung zu erkennen“, sagt Jenny Kindgren, Verhaltenswissenschaftlerin und Ausbildungsleiterin bei Attention, einer Interessenvertretung für Menschen mit NPF und ihre Angehörigen.
„Wir stellen fest, dass immer mehr Arbeitgeber und Gewerkschaften verstehen möchten, wie sie Arbeitsplätze gestalten können, die Menschen mit NPF besser gerecht werden. In der Industrie ist eine klare Entwicklung in diese Richtung zu erkennen“, sagt Jenny Kindgren, Verhaltenswissenschaftlerin und Ausbildungsleiterin bei Attention, einer Interessenvertretung für Menschen mit NPF und ihre Angehörigen.
Die Entwicklung steht jedoch noch am Anfang. Laut Attention haben rund 13 Prozent der Grundschüler:innen eine neuropsychiatrische Funktionsbeeinträchtigung (NPF). Vergleichbare Zahlen für die Arbeitswelt fehlen, doch Jenny Kindgren schätzt den Anteil ähnlich hoch ein. In einer Umfrage von 2024 gaben sieben von zehn Befragten an, dass ihre Diagnose im Berufsleben ein Nachteil gewesen sei.
„AJ Produkte arbeitet mit dem schwedischen Verband Riksförbundet Attention zusammen, um das Bewusstsein für gehirnfreundliche Arbeitsumgebungen zu stärken. Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu schaffen, an denen sich mehr Menschen wohlfühlen und ihre Stärken einbringen können. Davon profitieren alle Mitarbeiter:innen“, sagt Annika Petersson, Leiterin Projektvertrieb Office bei AJ Produkte.
„AJ Produkte arbeitet mit dem schwedischen Verband Riksförbundet Attention zusammen, um das Bewusstsein für gehirnfreundliche Arbeitsumgebungen zu stärken. Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu schaffen, an denen sich mehr Menschen wohlfühlen und ihre Stärken einbringen können. Davon profitieren alle Mitarbeiter:innen“, sagt Annika Petersson, Leiterin Projektvertrieb Office bei AJ Produkte.
Viele junge Menschen mit NPF absolvieren eine Berufsausbildung und arbeiten später beispielsweise in der Industrie, im Lager oder in der Technik. Deshalb ist das Thema gerade für die Industrie relevant. Laut Jenny Kindgren müssen Arbeitgeber verstehen, wie sich sowohl die physische als auch die soziale Arbeitsumgebung auf unterschiedliche Menschen auswirkt.
„Nicht nur die Arbeitsaufgabe entscheidet darüber, wie gut ein Arbeitstag funktioniert. Auch das gesamte Umfeld spielt eine Rolle, vom ersten bis zum letzten Moment des Arbeitstags“, sagt sie.
„Nicht nur die Arbeitsaufgabe entscheidet darüber, wie gut ein Arbeitstag funktioniert. Auch das gesamte Umfeld spielt eine Rolle, vom ersten bis zum letzten Moment des Arbeitstags“, sagt sie.
NPF
NPF ist ein Sammelbegriff für unter anderem ADHS, Autismus, Sprachentwicklungsstörungen (DLD) und das Tourette Syndrom. Diese Besonderheiten beeinflussen, wie das Gehirn Reize verarbeitet, Aufgaben plant, Informationen ordnet und Aufmerksamkeit, Energie und soziale Situationen bewältigt. Das kann sich beispielsweise in einer erhöhten Reizempfindlichkeit, einem stärkeren Bedürfnis nach Klarheit und Struktur oder schnellerer geistiger Erschöpfung in unruhigen Umgebungen äußern.
Kleine Anpassungen mit großer Wirkung
Ein gehirnfreundlicher Arbeitsplatz erfordert nicht immer Investitionen oder Umbauten. Oft helfen bereits klare Strukturen, eine bessere Akustik, visuelle Orientierungshilfen und mehr Möglichkeiten zur Erholung während des Arbeitstags.
Für Menschen mit NPF können solche Anpassungen entscheidend sein, damit der Arbeitsalltag gut funktioniert. Doch auch andere profitieren davon.
„Was Menschen mit NPF hilft, hilft auch anderen. Die meisten erleben Phasen, in denen das Gehirn erschöpft ist, etwa durch Stress, Krankheit, kleine Kinder oder schwierige Situationen zu Hause. Ein erschöpftes Gehirn braucht oft dieselbe Klarheit und einen verständnisvollen Umgang.“
Für Menschen mit NPF können solche Anpassungen entscheidend sein, damit der Arbeitsalltag gut funktioniert. Doch auch andere profitieren davon.
„Was Menschen mit NPF hilft, hilft auch anderen. Die meisten erleben Phasen, in denen das Gehirn erschöpft ist, etwa durch Stress, Krankheit, kleine Kinder oder schwierige Situationen zu Hause. Ein erschöpftes Gehirn braucht oft dieselbe Klarheit und einen verständnisvollen Umgang.“
Wenn der Arbeitsalltag für mehr Menschen gut funktioniert, steigt auch die Chance, erfahrene und wertvolle Fachkräfte langfristig zu halten, betont Jenny Kindgren.
„Mit kleinen Anpassungen am Arbeitsplatz können großartige Mitarbeiter:innen gewonnen werden. Viele Menschen mit NPF wählen Berufe, die ihren Interessen und Stärken entsprechen. Dadurch können sie sehr gut in ihrem Fach werden. Manchmal liegt das Problem jedoch nicht in der Arbeit selbst, sondern im Umfeld“, sagt sie.
„Mit kleinen Anpassungen am Arbeitsplatz können großartige Mitarbeiter:innen gewonnen werden. Viele Menschen mit NPF wählen Berufe, die ihren Interessen und Stärken entsprechen. Dadurch können sie sehr gut in ihrem Fach werden. Manchmal liegt das Problem jedoch nicht in der Arbeit selbst, sondern im Umfeld“, sagt sie.
In der Industrie sind die Auswirkungen besonders deutlich
In der Industrie gibt es häufig große Hallen, hohe Lärmpegel und viele gleichzeitige Reize. Bei Tätigkeiten, bei denen die Konzentration auch die Sicherheit beeinflusst, kann das besondere Folgen haben.
„Wenn es körperlich gefährlich werden kann, steht mehr auf dem Spiel. Deshalb muss man systematisch und sorgfältig vorgehen“, sagt Jenny Kindgren.
„Wenn es körperlich gefährlich werden kann, steht mehr auf dem Spiel. Deshalb muss man systematisch und sorgfältig vorgehen“, sagt Jenny Kindgren.
Gleichzeitig treten immer mehr junge Menschen ins Berufsleben ein, die ihre eigenen Bedürfnisse besser kennen und offener mit ihrer Diagnose umgehen. Arbeitgeber sind zudem gesetzlich verpflichtet, Arbeitsplätze anzupassen und angemessene Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen zu ergreifen.
„Viele junge Menschen gehen heute offen damit um, dass sie beispielsweise ADHS haben. Sie sagen dann: Ich bin ein sehr guter Schweißer, aber ich habe auch ADHS, nur damit Sie Bescheid wissen. Arbeitgeber müssen deshalb aufmerksamer sein“, sagt sie.
„Viele junge Menschen gehen heute offen damit um, dass sie beispielsweise ADHS haben. Sie sagen dann: Ich bin ein sehr guter Schweißer, aber ich habe auch ADHS, nur damit Sie Bescheid wissen. Arbeitgeber müssen deshalb aufmerksamer sein“, sagt sie.
NPF Wissen in die Gestaltung der Arbeitsumgebung einbringen
Bei AJ Produkte beschäftigen wir uns intensiv mit NPF und der Gestaltung des Arbeitsumfelds. Durch unsere Zusammenarbeit mit dem schwedischen Verband Riksförbundet Attention erweitern wir kontinuierlich unser Wissen darüber, wie Arbeitsumgebungen besser auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmt werden können. Als Kunde können Sie sich an uns wenden, wenn Sie wissen möchten, wie sich Arbeitsplätze NPF gerecht gestalten lassen und welche Produkte dabei unterstützen.
Wir bieten zahlreiche Lösungen, die störende Reize reduzieren, für mehr Struktur sorgen und konzentriertes Arbeiten erleichtern. Für Industriebetriebe können dazu beispielsweise Schallschutz, Raumteiler und eine übersichtliche Arbeitsplatzgestaltung beitragen.
Wir bieten zahlreiche Lösungen, die störende Reize reduzieren, für mehr Struktur sorgen und konzentriertes Arbeiten erleichtern. Für Industriebetriebe können dazu beispielsweise Schallschutz, Raumteiler und eine übersichtliche Arbeitsplatzgestaltung beitragen.

Fredrik Emilsson, Lagerleiter bei AJ Produkte, erklärt, wie wir diese Ansätze in unserem eigenen Lageralltag umsetzen:
„Wir achten darauf, dass Mitarbeiter:innen mit NPF während der Einarbeitung ausreichend Zeit bekommen. Dabei unterstützen wir sie auch bei der Priorisierung von Aufgaben und führen regelmäßige Gespräche. Klarheit ist das A und O“, sagt er und ergänzt:
„In unserem Lager sind die Aufgaben klar definiert. Feste Abläufe und eine gute Struktur erleichtern die Arbeitsplanung. Da viele Tätigkeiten eigenständig ausgeführt werden, gibt es weniger Reize von außen. Das kann die Konzentration verbessern.“
„Wir achten darauf, dass Mitarbeiter:innen mit NPF während der Einarbeitung ausreichend Zeit bekommen. Dabei unterstützen wir sie auch bei der Priorisierung von Aufgaben und führen regelmäßige Gespräche. Klarheit ist das A und O“, sagt er und ergänzt:
„In unserem Lager sind die Aufgaben klar definiert. Feste Abläufe und eine gute Struktur erleichtern die Arbeitsplanung. Da viele Tätigkeiten eigenständig ausgeführt werden, gibt es weniger Reize von außen. Das kann die Konzentration verbessern.“
So lassen sich verschiedene Arbeitsbereiche anpassen
Wie kann eine gehirnfreundlichere Arbeitsumgebung in der Industrie konkret aussehen? Jenny Kindgren betont, dass unterschiedliche Bereiche des Arbeitsplatzes individuelle Lösungen erfordern können.
- Umkleideräume
Umkleideräume können für Menschen mit NPF eine Herausforderung sein. Enge Platzverhältnisse, Lärm, intensive Gerüche und ungeschriebene soziale Regeln können bereits vor Arbeitsbeginn Stress auslösen.Mehr Abstand zwischen den Spinden, schalldämpfende Lösungen und klare Verhaltensregeln können einen großen Unterschied machen.





















